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Freitag, 5. Februar 2010
Der oberösterreichische SPÖ Chef und Soziallandesrat Josef Ackerl meldet sich zu Wort und hat tolle Ideen:

"Bei Leuten mit einem Jahreseinkommen ab 350.000 Euro sollten sie [Anm.: Steuern] auf 60 bis 70 Prozent steigen."
Die Frage ist warum, wozu? Ackerl möchte daraus zusätzliche Mittel für den Arbeitsmarkt, die Beschäftigung zu lukrieren - und die Pflege.

Macht denn das Sinn, oder ist das Populismus? Oder gar falsch?

Wenn man sich die integrierte Lohn- und Einkommensstatistik der Statistik Austria von 2006 ansieht, dann erkennt man das Ackerl die Themen Arbeitsmarkt und Pflege ganze 5% des gesamten Steueraufkommens als den richtigen und relevanten Hebel ansieht (Annahme: 50% jenes Steueraufkommens der Einkommensbezieher von EUR +200.000,-). Dieser Vorschlag dient wohl eher um über eine Neiddebatte dem Verlangen nach Populismus gerecht zu werden.

Wie ist es denn eigentlich für Herrn und Frau Österreicher?

Wir haben heute eine Situation, wo durch Arbeit niemand mehr Wohlstand schaffen kann. Zur Erinnerung, seit 1.1.2009:

# 36,5 % für Einkommensteile zwischen 11.000 und 25.000 Euro jährlich
# 43,214 % für Einkommensteile zwischen 25.000 und 60.000 Euro jährlich

Das heißt, wenn eine Mitarbeiterin die bisher EUR 1.300,- brutto im Monat verdiente (Jahresbrutto rd EUR 18.200,-) eine Gehaltserhöhung von EUR 100,- brutto bekommt dann gehen davon (unter Berücksichtigung von Sozialversicherung, usw) EUR 36,5 an den Staat. Sehr leistungsfördernd!

Noch schlimmer für alle ab EUR 25.000,- Jahresbrutto, das heißt für alle jene die mehr als EUR 1.785,- / Monat brutto verdienen!

Wer eine Leistungsgesellschaft will, der muß für Vermögenssteuern sein

Österreich ist bekannt für eine geringe soziale Mobilität und aus meiner Sicht ist die enorme Besteuerung von Arbeit einer der Hauptfaktoren dafür. Es lohnt sich einfach nicht zu arbeiten und Leistung zu erbringen, weil "eh nix überbleibt".

Stattdessen scheffeln die Rudolf Fries´, Veit Sorgers und Michael Gröllers dieses Landes obszöne Summen über mehr als fragwürdige Praktiken und Konstruktionen um die Erlöse steuerschonend in dafür geschaffenen Vehikeln zu parken.

Vermögen zu besitzen ist keine Leistung und Vermögen muß stärker besteuert werden, nicht Arbeit!

Das ist leider die kapitale Falle in die die SPÖ seit Jahren läuft. Eine Partei die offen und ehrlich für eine deutliche Vermögensbesteuerung eintritt und gleichzeitig die Steuern auf Arbeit senkt kann sich mit gutem Gewissen als Förderer einer leistungsgerechten Gesellschaft positionieren. In der Zwischenzeit betreibt die ÖVP weiterhin Ihre Klientelpolitik, ist in Ihrem Habitus weiter denn je von einer Leistungsgerechtigkeit entfernt aber hängt sich dennoch das Mäntelchen irgendwie um ohne irgendwas dafür zu tun.

Die Situation derzeit ist:
# Wer viel leistet zahlt viel

Wo wir hin sollten ist:
# Wer viel hat zahlt viel

Ich bin weder Sozialromantiker, noch Linkslinker, kein Kommunist und kein Profiteur des Sozialstaates - mir liegen ernsthafte Rahmenbedingungen für eine faire Leistungsgesellschaft am Herzen die Leistung fördert und soziale Mobilität zulässt und diese beiden Dinge führen nur über Vermögenssteuern.

Wann traut sich endlich wer drüber?

Montag, 1. Februar 2010
Nun weiß die Welt wie peinlich, weltfremd, sexistisch, ungebildet und fragwürdig das österreichische Bundesheer ist.

Natürlich wußte keiner was, gedacht hat sich keiner was dabei und überhaupt meinte Generalstabschef Entacher das Video sei nicht als ein offizielles Werbe-Video des Bundesheeres vorgestellt worden ... - is ja nur YouTube.



So peinlich das Video auch ist - das Vorbild aus der Ukraine ist dem Video aus Österreich in jeder Hinsicht zumindest was die handwerkliche Qualität angeht überlegen.



Gut zu wissen, was mit meinem Steuergeld so passiert.

japanisches-Abendessen

Ich hab es nicht nur geschafft heute um 19:00 trainieren zu gehen, sondern hab mir in 15min dieses japanische Abendessen gezaubert. Es hat herrlich geschmeckt - ein guter Start in die Woche.

* Reis mit Furikake
* Misoshiru
* Brokolli und Karotten angebraten mit Miso
* (nicht japanisch) Salat von französischen Berglinsen

Samstag, 30. Januar 2010
Diese Woche hatte ich eine (Erst-)Präsentation für einen Kunden. Mir gegenüber saß jemand der sehr erfahren war und in seinem Leben als Corporate Communications Verantwortlicher schon viel gesehen hat.

Der Termin war gut und konstruktiv und wurde sehr wertvoll abgeschlossen, denn: "Ich schreibe an einem Buch und da werde ich drüber schreiben wie wenig Kommunikationsdienstleister von Ihrem eigenen Geschäft verstehen ..." begann er zu sprechen.

Und so erzählte er aus seinen Erfahrungen und aus seiner Praxis wie zum Teil dilletantisch, verzweifelt und naiv so manche Agentur versucht Kunden zu gewinnen. Hier die besten Erlebnisse:

zum Essen einladen
Sind wir nicht alle in einer Position wo wir uns unser Essen selbst bezahlen können? Haben wir nicht ohnehin zu wenig Zeit um all unsere Aufgaben zu erledigen? Also einfach "Essen gehen", das geht ja gar nicht ...

Serien eMail
"Sehr geehrte Damen und Herren, Wir sind, wir machen, sie müssen ..." - ich muß gar nichts und sowas raubt einfach nur Zeit!

mit Termin überrumpeln
"Also ich hätte kommende Woche am DI um 10:00 und am DO um 12:00 Zeit für ein Gespräch, was würde Ihnen besser passen?" - Netter Versuch aus dem Buch meine 202 besten Tipps für Verkäufer.

Gleich mal lügen
"Also Ihre Kollegin hat da einen Termin für Sie vereinbart und gemeint Sie haben hier dringenden Bedarf." Wird oft angewendet in großen Organisationen wo man vermutet, dass die Linke nicht weiß was die Rechte tut.

Am Schluß verriet er dann noch was aus seiner Perspektive sinnvoll wäre und Ihn schon oft dazu gebracht hat sich einen Dienstleister mal anzusehen:

Echten Mehrwert liefern
"Wir haben uns Ihre Aktivitäten näher angesehen und folgendes dabei erkannt." Wenn sich jemand Zeit nimmt um mir fundiert aufzuzeigen wo ich was besser machen könnte - da nehm ich mir Zeit für.

Ein persönlicher Brief
Keine Mail, kein schneller Anruf - ein fundierter Brief, gut geschrieben und persönlich unterzeichnet. Das differenziert, das schafft Aufmerksamkeit.

Ich saß in dem Termin, ich habe mich in so manchem jämmerlichen Versuch meiner Vergangenheit wiedererkannt - ich hab geistig mitnotiert und ich hab gelernt. Nicht oft hört man so offene Ansagen und so ehrlichen Input von Menschen in solchen Positionen. Danke!

Donnerstag, 28. Januar 2010
Diese Einschätzung beruht auf einer persönlichen Erfahrung

Die Arbeitnehmerrechte sind in Deutschland deutlich weiter gefasst als in Österreich. Das ist für österreichische Unternehmen insofern eine Herausforderung, als es nicht so einfach und rechtens ist einen Mitarbeiter zu kündigen, der keine bzw. nicht die erwartete Leistung bringt. Aus meiner Sicht bringt eine dadurch erzwungene Immobilität am Arbeitsmarkt deutliche wirtschaftliche Nachteile.

Deutsche Unternehmen preisen also, so wurde mit erklärt, ein gewisses "Schmerzensgeld" mit ein um sich von Mitarbeitern zu trennen - um sich kostenintensive, nervenaufreibende und über Monate ergebnislose Auseinandersetzungen vor Arbeitsgerichten zu ersparen. Das ist natürlich fürs erste ungewöhnlich, weil dadurch der Rechtsstaat unterwandert wird.

Nun ist es so, dass es Teil einer Einigung sein kann, dass man sich auf ein "positives Arbeitszeugnis" einigt. Finde ich gut - schließlich soll ein ehemaliger Mitarbeiter nicht aus Emotion am falschen Fleck in einem schlechten Licht dargestellt werden.

Und dann bekommt man einen Entwurf eines solchen Zeugnis und weiß nicht ob man vor lauter Lachen oder Entsetzen vom Hocker fallen soll. Einen so eklatanten mismatch zwischen Selbst- und Fremdbild habe ich noch nie erlebt. Aber wie gesagt, es geht um eine Einigung und darum nicht noch mehr Zeit an eine verkorkste Seele zu verschwenden - aber seither weiß ich eines: es hüte sich jeder Arbeitgeber dafür Arbeitszeugnisse für bare Münze zu nehmen!

Montag, 25. Januar 2010
dieses Rezept für kalt marinierten Tofu ist eigentlich ein japanisches Sommergericht - aber eigentlich schmeckt es immer herrlich.

kalt-marinierter-Tofu-

Ich habe dieses Gericht kürzlich im Honobono in Wien gegessen und war von Einfachheit wie Geschmack restlos begeistert.

Zutaten:
* frischer fester Tofu
* getrocknete Bonitoflocken
* Frühlingszwiebel
* frische Ingwerwurzel
* Sojasauce

Zubereitung:
Tofu in mundgerechte Stücke schneiden und am Teller drapieren. Hauchdünn geschnittenen Frühlingszwiebel über die Stücke streuen. Eine Fungerkuppe frischen Ingwer reiben und drüber verteilen. Reichlich Bonitoflocken drüberstreuen, nach Geschmack Sojasauce drüber - servieren fertig. Im Sommer kann der Tofu Kühlschrankkalt sein, im Winter schadet Zimmertemperatur nicht. Ist gesund, schmeckt herrlich, ist in 5min zubereitet.

Alle Zutaten bekommt man zB in Wien beim Nippon Ya Supermarkt in der Faulmanngasse in 1050 Wien.

Guten Appetit!

Freitag, 22. Januar 2010
The german automotive company BMW is very active on Facebook, meanwhile maintaining a Facebook Page with more than 450.000 fans. In December 2009 the question was, how can we say thank you to our fantastic fans out there constantly posting pictures, feedback and showing their appreciation for the brand.

Therefore BMW diceded to show some of the best User generated Content on their Facebook site and put the content of the fans to the center of attention

Facebook-Marketing-BMW-Screen1
A XMAS-Tab was the entry point to the Application

Facebook-Marketing-BMW-Screen2
When clicking the image users found a collage of the best handpicked images out of +6.000 fan images

Facebook-Marketing-BMW-Screen3

Facebook-Marketing-BMW-Screen4
Users could pick one picture which they likes best and share it with their friends with some seasons greetings.

Furthermore some 1,000 Fans out of the +450,000 Fans worldwide where randomly picked and got a little thank you from BMW, a M Cap - and it seems users liked it a lot:

Fan-Picture-Facebook-Marketing-XMAS-2009-M-Cap

Heute wurde ich von einer geschätzten Leserin auf meine verminderten Blogaktivitäten aufmerksam gemacht. Ein Stachel im Fleisch!

Die Frequenz meiner Blogposts ist wirklich drastisch nach unten gegangen. Das hat zum einen damit zu tun, dass immer soviel zu tun ist und ich mir weniger Zeit zum bloggen nehme (oder zum Basketballspielen im Innenhof!). Weiters nütze ich Twitter sehr intensiv - dadurch gibt es weniger Bedarf sich via Blog mitzuteilen.

Dabei gäbe es so viele Dinge die mich beschäftigen, bewegen und wo ich Gedanken und Meinung dazu hätte - nur eben keine Zeit um drüber ausführlich zu schreiben.

Da gäbe es korrupte Kärntner Herrenbauern die dem Rechtsstaat auf der Nase herumtanzen, begeisternde österreichische Handballer bei der Heim EM die nostalgische Gefühle in mir wecken, Gedanken dazu warum Social Media nicht für jede/n geeignet ist, eine Flut von selbsternannten Experten oder Überlegungen wie man Unternehmen einen Return on Investment für Ihre Social Media Aktivitäten näherbringen kann ...

Ein weiterer Punkt einer gefühlten Unlust ist mein altes Kleid - das alte Kleid dieses Blogs in dem ich mich schon länger nicht mehr wohl fühle. Um interne Ressourcen für einen Relaunch bemühe ich mich gar nicht erst (Kundenprojekte gehen vor!) Gibts jemanden der mein Blog visuell relaunchen möchte? Bin für jede Hilfe dankbar ...

Mittwoch, 23. Dezember 2009
rechtzeitig am 23.12.2009 eingetroffen, Briefpapier + Visitenkarten mit der neuen CI. Und so schauts aus:

vi-knallgrau-Dieter-Rappold-Visitenkarte